Güglingstraße, Glasfaser und mehr: Gmünder Gemeinderat trifft Entscheidungen in Rekordzeit
Der Gmünder Gemeinderat hat in Rekordzeit wichtige Entscheidungen getroffen, darunter der Ausbau des Glasfasernetzes und die Erschließung der Güglingstraße. Doch bei den Betreuungskosten für Schüler gibt es Uneinigkeit. Wird die nächste Sitzung eine Lösung bringen?
Das war rekordverdächtig: Keine 30 Minuten nach Beginn konnte Oberbürgermeister Richard Arnold den öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung des Gmünder Gemeinderats bereits für beendet erklären. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Gremium keine Entscheidungen für die Zukunft getroffen hat. Während Tagesordnungspunkte wie der nächste Abschnitt des Glasfaserausbaus oder die Neuerstellung eines qualifizierten Mietspiegels für Gmünd und das Umland rasch und einstimmig beschlossen wurden, soll ein kontroverses Thema in die kommende Sitzung des Verwaltungsausschusses verlagert werden. Das wurde beschlossen.
Grünes Licht für Glasfaserausbau
Der Gmünder Gemeinderat hat einstimmig den Startschuss für die nächste Ausbauphase des Glasfasernetzes in den Stadtteilen Bargau, Metlangen und Reitprechts gegeben. Mit einem Gesamtvolumen von rund 14,5 Millionen Euro, wovon die Stadt etwa 1,45 Millionen Euro selbst trägt, sollen die Arbeiten noch vor der Sommerpause 2026 ausgeschrieben werden, um unmittelbar danach beginnen zu können. Ziel ist es, die unterversorgten Haushalte in diesen „weißen Flecken“ mit schnellem Internet zu versorgen.
Landesnachwuchsstützpunkt beim SC Degenfeld
Bereits im Vorfeld erfuhren die Leistungen der Nachwuchsskispringer des SC Degenfeld große Anerkennung unter den Stadträtinnen und Stadträten. „Degenfeld liefert, um das einmal klar zu sagen“, betonte auch der Leiter des Amts für Bildung und Sport, Klaus Arnholdt, in der vorausgegangenen Diskussion. Die Stadt beteiligt sich hierbei mit 22.500 Euro jährlich für die Stelle eines Vollzeitrainers. Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu.
Neues Wohnen an der Güglingstraße
Der Gemeinderat stimmte einstimmig der Erschließung des Baugebiets „Neues Wohnen Güglingstraße“ zu. Die Erschließung kostet rund 2,57 Millionen Euro; die Anwohner tragen je nach Grundstück zwischen etwa 17.000 und 87.000 Euro. Die Stadt bietet individuelle Zahlungsmodelle an. Alle Fraktionen betonten im Vorfeld die Notwendigkeit des Ausbaus, der neben neuen Wohnflächen auch eine Verkehrsberuhigung für die Anwohner bringen soll, und luden die Betroffenen zu Gesprächen ein, um soziale Härten abzufedern.
Moderner Stauraumkanal soll Bettringer Bäche schützen
Einstimmig beschloss der Ausschuss den Bau eines Stauraumkanals im Gebiet „Ebeneäcker“ und die Modernisierung von vier Regenüberläufen, um das steigende Abwasser aus dem wachsenden Industrie- und Gewerbegebiet Gügling zu bewältigen. Das Projekt kostet rund 1,95 Millionen Euro und soll die örtlichen Bäche vor Überlastung schützen. Das neue System speichert bis zu 490 Kubikmeter Wasser und sorgt für einen kontrollierten Abfluss. Alle Fraktionen begrüßten die umweltgerechte Lösung, die auch langfristig eine Erweiterung der Gebietsentwicklung ermöglicht.
Uneinigkeit bei Betreuungskosten: Entscheidung vertagt
Während die übrigen Tagesordnungspunkte auf schnelle Entscheidungen hoffen ließen, zeichnete sich bei der Entscheidung über die Zukunft der Betreuungskosten für Schülerinnen und Schüler eine kontroverse Diskussion ab. Bereits im zuständigen Verwaltungsausschuss spaltete der Vorschlag der Verwaltung den Gemeinderat. Während die CDU zum Beispiel den Vorschlag der Verwaltung als vertretbar bezeichnete, stand die SPD „auf Kriegsfuß“ mit den Plänen, die Betreuungszeiten zu kürzen und die Kosten für Mittagessen zu erhöhen.
Die Ablehnung des Vorschlags seitens der Grünen, SPD und der söl-Fraktion mündete schließlich in einen Antrag, die Betreuungskosten zu deckeln und günstigere Preise für Mittagessen festzulegen. Doch weder über den Vorschlag der Verwaltung, noch über den Antrag der drei Fraktionen wurde abgestimmt. „Ich würde da gern mehr in die Tiefe gehen“, erklärte OB Arnold und schlug vor, die Diskussion in die kommende Sitzung des Verwaltungsausschusses am 15. April zu vertagen. „Wir bringen da noch mehr Informationen dazu“, kündigte das Stadtoberhaupt an.
„Wir würden die Zahlen da dann präsentieren“
Ob es sinnvoll wäre, in einem Gremium aus den verschiedenen Fraktionen und Teilen der Verwaltung über die Sachlage zu sprechen und nach einem Kompromiss zu suchen, wollte Stadtrat Tomi Krieg (Grüne) wissen. OB Arnold hingegen plädierte dafür, die Diskussion im Ausschuss vor Augen der Öffentlichkeit zu führen. „Wir würden die Zahlen da dann präsentieren“, erklärte Arnold.
söl-Fraktionsvorsitzender Sebastian Fritz berichtete derweil, dass die Schulleiter der Gmünder Schulen nicht in den Prozess eingebunden wurden. „Das könnte man ja nachholen“, regte er an. Von den Vorschlägen der Verwaltung seien viele seiner Aussage nach „nicht sonderlich begeistert“. Diese Abwägungen könne man mit einbeziehen, meinte der OB. „Die wollen wir gern auf den Tisch legen.“
Was das Stadtoberhaupt im Gemeinderat vermeiden wollte, war eine „Niederstimmung“ oder Abstimmung, ohne eine entsprechende Folgenabschätzung in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt auf dem Tisch zu haben.
An diesem Punkt warf SPD-Fraktionschefin Sigrid Heusel ein, dass diese überarbeiteten Unterlagen dann aber auch rechtzeitig zugestellt werden müssten. „Am Freitag vor der Sitzung ist nicht rechtzeitig.“ Arnold betonte, die Verwaltung bemühe sich, fristgemäß liefern zu wollen. „Wenn ich sage, wir bemühen uns, dann bemühen wir uns.“
Copyright Rems Zeitung, 27.03.2026
