Kinderbetreuung an Gmünder Schulen: Gebührenstreit vertagt – Stadt prüft neu
Geplante Gebührenerhöhungen für Betreuung treffen auf Gegenwind. OB Arnold will keine Kampfabstimmung und sichert Transparenz zu.
Schwäbisch Gmünd. Die geplante deutliche Erhöhung der Gebühren für Schulkindbetreuung und Mittagessen ist vorerst vom Tisch. Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Richard Arnold hat der Gemeinderat die Entscheidung vertagt und das Thema zurück in den Verwaltungsausschuss verwiesen.
Am 15. April erneute Beratung
Dort sollen die Pläne am 15. April erneut beraten werden – dann mit deutlich umfangreicheren Informationen. „Die Entscheidung soll transparent sein und nachvollziehbar“, sagt Arnold. Die Verwaltung werde die Hintergründe der geplanten Erhöhungen „mit allem Drum und Dran“ offenlegen.
Am Tag vor der Sitzung des Gemeinderats hatten die Fraktionen der Bündnis 90/Die Grünen, SPD und söl mit einem gemeinsamen Antrag eine deutliche Deckelung der Entgelterhöhungen für Schulkindbetreuung und Anpassung der Kosten für das Schulessen eingebracht. Ziel ist es, finanzielle Anpassungen sozialverträglich zu gestalten. So verweisen die Fraktionen auf die steigenden Lebenshaltungskosten und die zusätzliche Belastung für Familien.
Wachsender Widerstand
Mit der Verschiebung reagiert die Stadt auf wachsenden Widerstand im Gremium. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Betreuungskosten grundlegend neu zu strukturieren und das bisherige Rabattsystem abzuschaffen. Künftig sollte gelten: Wer mehr Betreuung nutzt, zahlt auch mehr. Je nach Umfang hätten sich die Gebühren dabei um bis zu rund 50 Prozent erhöht.
In Zukunft sollte die Betreuung an Schulen nach einem neuen, modularen System abgerechnet werden. Ein Modul – also eine Betreuungseinheit vor oder nach dem Unterricht an einem bestimmten Wochentag – kostet künftig zwölf Euro im Monat. Für Geschwisterkinder werden zehn beziehungsweise acht Euro fällig.
Schulessen teurer
Auch beim Schulessen waren Preissteigerungen vorgesehen. Für Grundschüler soll eine Mahlzeit fünf Euro kosten, für Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen 5,50 Euro. Begründet hat dies die Verwaltung unter anderem mit gestiegenen Lebensmittel-, Personal- und Betriebskosten. Nach Angaben der Stadt kostet eine Mahlzeit derzeit im Durchschnitt rund 8,10 Euro.
Richard Arnold machte deutlich, dass er eine Entscheidung unter Zeitdruck vermeiden will. „Wir wollen heute keine Kampfabstimmung“, sagte er. Stattdessen kündigte er eine vertiefte Prüfung der Auswirkungen an, die er als „Impact Assessment“ bezeichnete. Ziel sei es, die finanziellen und sozialen Folgen der geplanten Änderungen umfassend darzustellen.
Schulleiter offenbar nicht einbezogen
Auch die Einbindung der Schulen wurde im Gemeinderat thematisiert. Sebastian Fritz (söl) kritisierte, dass die Schulleitungen offenbar nicht ausreichend in die Planungen einbezogen worden seien. Nach seinen Informationen seien diese von den geplanten Änderungen überrascht worden und stünden ihnen teilweise kritisch gegenüber. SPD-Stadträtin Sigrid Heusel forderte, die notwendigen Unterlagen frühzeitig zur Verfügung zu stellen. Bereits im Vorfeld hatte sie die geplanten Erhöhungen scharf kritisiert und vor einer Überlastung der Familien gewarnt.
Die Verwaltung will nun die haushalterischen Hintergründe, die Kostenstruktur sowie die Auswirkungen der geplanten Änderungen detaillierter aufbereiten. Dabei geht es auch um die Frage, wie hoch der Eigenanteil der Stadt künftig sein soll und welche Spielräume für Entlastungen bestehen. Mit der Vertagung wird die Entscheidung um mehrere Wochen verschoben.
Copyright Gmünder Tagespost, 28.03.2026
