Teurere Betreuung und neues Essensgeld
Die Stadt Schwäbisch Gmünd plant, die Gebühren für ihre 20 städtischen Kitas in zwei Schritten anzuheben. Grund sind gestiegene Personalkosten sowie höhere Energie- und Lebensmittelpreise. Auch das Mittagessen wird teurer – wie viel Eltern künftig zahlen müssen.
Aus der Rems-Zeitung: Eltern in Schwäbisch Gmünd müssen sich auf steigende Kosten einstellen: Die Gebühren für die 20 städtischen Kitas sollen in den kommenden zwei Jahren schrittweise angehoben werden. Auch das Mittagessen wird teurer. Der Verwaltungs-, Wirtschafts- und Finanzausschuss hat nun über die Pläne beraten. Erster Bürgermeister Christian Baron erklärte im Ausschuss, man habe das Thema bereits viel diskutiert. Die Stadt orientiere sich bei den Gebühren an den Empfehlungen des Landes. Der empfohlene Kostendeckungsgrad von 20 Prozent werde in Gmünd mit knapp 16,3 Prozent sogar unterschritten. „Erhöhungen sind nicht leicht, sondern schmerzhaft“, so Baron. Es führe aber kein Weg daran vorbei. Wichtig sei, dass die Eltern über Unterstützungsmöglichkeiten informiert werden. David Sopp (CDU) ergänzte, die Betreuung sei zwar teuer, aber eine „gute Investition für die Zukunft“. Sorge gab es um die Belastung kleinerer Einkommen. Sabine Braun (Grüne) verwies auf die vielen Familien, die nur knapp über der Grenze zur Gebührenbefreiung lägen. Uwe Beck (SPD) teilte diese Sorge. Baron entgegnete, man werde nicht müde, auf Hilfen hinzuweisen – etwa mit einem mehrsprachigen Flyer auf der Website der Stadt. Derzeit bekommen bereits 13,1 Prozent der Familien die Beiträge vom Landratsamt erstattet. Zudem betonte Baron, Gmünd sei gut aufgestellt und könne jedem Kind einen Platz anbieten, da man von früheren Investitionen profitiere. Andreas Wörner (AfD) verwies darauf, dass man sich intern beraten und in der nächsten Gemeinderatssitzung Position beziehen werde. Auch Sebastian Fritz (söl) verwies auf fraktionsinterne Beratungen, betonte aber, dass diese Erhöhung natürlich „ganz klare Konsequenzen für Familien“ habe. Grund für die Erhöhung sind starke Tarifsteigerungen beim Personal sowie wachsende Kosten für Energie und Lebensmittel. Allein für 2026 rechnet die Stadt mit einem Defizit von rund 8,92 Millionen Euro bei den Kitas. Die Pläne im Detail: • Ab September 2026: Die Beiträge steigen um 4,5 Prozent. Ein Einzelkind über drei Jahren (Ü3) in der Regelgruppe (bis 6 Stunden täglich) kostet dann 217 Euro im Monat (+8 Euro). Bei Kleinkindern unter drei Jahren (U3) steigt der Satz um 20 Euro auf 483 Euro. Zudem steigt das tägliche Mittagessen auf einen Monatssatz von 97 Euro. • Ab September 2027: Es folgen weitere 4,0 Prozent. Der Ü3-Beitrag steigt auf 227 Euro (+10 Euro), für U3-Kinder auf 503 Euro (+20 Euro). Das tägliche Essen kostet dann 100 Euro im Monat. Rabatte für Geschwister bleiben bestehen. Das letzte Wort hat nun der Gemeinderat.
Copyright Rems Zeitung, 09.07.2026
