Kritik an verschobenem Klimaziel
Die söl-Fraktion kritisiert die Verschiebung des Klimaneutralitätsziels auf 2040 scharf. Ohne Zwischenziele in Bereichen wie Energie und Verkehr bleibe auch die neue Frist wirkungslos. Die Räte fordern nun rasches Handeln im Haushalt.
Die geplante Verschiebung des städtischen Klimaneutralitätsziels von 2035 auf mindestens 2040 stößt auf scharfe Kritik. Die söl-Fraktion im Gmünder Gemeinderat warnt davor, damit das falsche Signal zu senden. Zwar sei das Ziel 2035 unter den aktuellen Rahmenbedingungen kaum noch erreichbar gewesen, die eigentlichen Ursachen für die Verzögerung seien laut der Fraktion jedoch bis heute nicht angegangen worden. Seit Jahren fehle es an verbindlichen Sektorenzielen für die Bereiche Gebäude, Verkehr, Energie und kommunale Infrastruktur. Ohne konkrete Zwischenziele und Prioritäten bleibe jedoch auch die neue Frist für 2040 unverbindlich. Die Fraktion warnt vor ökonomischen Folgen: Werden notwendige Maßnahmen verschoben, wird deren Umsetzung in kürzerer Zeit immer teurer – eine erhebliche Belastung für nachfolgende Generationen. Wie dringend entschlossenes Handeln ist, zeige sich laut der söl-Fraktion weltweit an Rekordhitze, Waldbränden und verheerenden Starkregenereignissen. Um gegenzusteuern, beantragt die Fraktion nun, dass die Verwaltung dem Gemeinderat noch im Herbst über den aktuellen Stand der kommunalen Klimaschutzstrategie berichtet. Dabei soll ein Vorschlag für verbindliche Sektorenziele mit überprüfbaren Zwischenzielen vorgelegt werden. Ziel sei es unter anderem, die Vorgabe des Landes zu erfüllen, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um 65 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. Diese Vorgaben müssten künftig fest in die Beratungen der AG Haushalt einfließen und spätestens mit dem nächsten Doppelhaushalt finanziell hinterlegt werden, da Klimaschutz nur gelinge, wenn Ziele, Maßnahmen und Haushaltsmittel zusammen gedacht werden.
Copyright Rems Zeitung, 22.07.2026
