80 Prozent der Kürzungen treffen Gmünd – das ist der falsche Weg
2,95 Stellen sollen in Schwäbisch Gmünd wegfallen – damit entfallen rund 80 Prozent der kreisweiten Kürzungen auf die Stadt. Die Fraktion sozial.ökologisch.links. fordert ein klares Umdenken.
Die Herausforderungen an Schulen wachsen: soziale Ungleichheit, psychische Belastungen, Konflikte, Integrationsfragen und schwierige familiäre Situationen gehören längst zum Alltag. Gleichzeitig soll ausgerechnet bei der Schulsozialarbeit gekürzt werden. Für die Fraktion sozial.ökologisch.links. (söl) ist das der falsche Weg.
„Schulsozialarbeit ist kein verzichtbares Zusatzangebot. Sie ist eine wichtige Säule von Prävention, Unterstützung und sozialem Zusammenhalt“, erklärt die Fraktion. Gerade angesichts wachsender Belastungen brauche es verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner an den Schulen.
80 Prozent der Kürzungen treffen Gmünd
Von den kreisweit geplanten Kürzungen im Umfang von 3,7 Stellen entfallen allein 2,95 Stellen auf Schwäbisch Gmünd. Damit trägt die Stadt rund 80 Prozent der gesamten Stellenreduzierungen im Ostalbkreis.
An der Schiller-Realschule soll der Stellenumfang von 2,00 auf 1,50 Stellen sinken. Beim Parler Gymnasium ist eine Reduzierung von 0,75 auf 0,50 Stellen vorgesehen. An der Grundschule Hardt soll von 1,25 auf 0,75 Stellen gekürzt werden. Die Adalbert-Stifter-Realschule soll künftig mit 1,50 statt bisher 2,00 Stellen auskommen, das Hans-Baldung-Gymnasium mit 0,75 statt 1,00 Stellen.
An der Friedensschule ist eine Reduzierung von 1,75 auf 1,50 Stellen vorgesehen. Vollständig gestrichen werden soll die bislang mit 0,50 Stellen ausgestattete Schulsozialarbeit an der Römerschule in Straßdorf. An der Mozartschule soll der Stellenumfang von 2,00 auf 1,80 Stellen sinken.
Prävention nicht kaputtsparen
Schulsozialarbeit unterstützt Kinder und Jugendliche, begleitet Familien, vermittelt bei Konflikten und stellt Kontakte zu weiteren Hilfsangeboten her. Entscheidend sei dabei die Kontinuität: Vertrauen und tragfähige Beziehungen entstünden über längere Zeit.
„Wer hier kürzt, spart kurzfristig Geld, riskiert aber, dass Probleme später größer werden und deutlich mehr Unterstützung benötigen“, so die söl-Fraktion. Gerade Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen dürften nicht die Leidtragenden der angespannten Haushaltslage werden.
Die Fraktion sieht die prekäre finanzielle Situation der Stadt.
Vorschläge zur Gegenfinanzierung
Konkret schlägt die söl vor, bei der dekorativen Begrünung rund 100.000 Euro einzusparen und auch Patenschaften zu prüfen.
Als weiteren Ansatz nennt die Fraktion die Einführung einer Verpackungssteuer, die zusätzliche Einnahmen schaffen und zugleich Anreize zur Müllvermeidung setzen könnte.
„Wir wissen, dass die Haushaltslage schwierig ist. Gerade deshalb müssen wir darüber sprechen, wo wir sparen können, ohne wichtige soziale Strukturen zu beschädigen“, erklärt die Fraktion. „Bei Kindern und Jugendlichen, Prävention und Schulsozialarbeit zu kürzen, halten wir für die falsche Priorität.“
Schulsozialarbeit müsse als langfristige Investition in Bildung, Chancengerechtigkeit und eine stabile Stadtgesellschaft verstanden werden. Schwäbisch Gmünd sollte deshalb nicht Vorreiter beim Abbau der Schulsozialarbeit werden, sondern gerade in schwierigen Zeiten Verantwortung für die Zukunft von Kindern und Jugendlichen übernehmen.
