Gemeinderat beschließt 362.000 Euro für externe Hilfe
Der Gmünder Gemeinderat hat beschlossen, ein externes Beratungsunternehmen zur Aufarbeitung der ausstehenden Jahresabschlüsse
der Stadt zu engagieren. Trotz Kritik aus der söl-Fraktion fand der Antrag breite Unterstützung.
Aus der heutigen Rems Zeitung: Der Gmünder Gemeinderat hat die Beauftragung eines externen Beratungsunternehmens zur
Aufarbeitung der ausstehenden Jahresabschlüsse der Stadt mehrheitlich beschlossen – trotz Kritik aus Teilen des Gremiums.
Ein Antrag der söl-Fraktion, den Gemeinderat künftig in Teilprüfungsberichten über die Vorjahre zu informieren, fand
keine Mehrheit. Konkret geht es um externe Unterstützung bei der Erstellung der Jahresabschlüsse für die Jahre 2020 und 2021. Dafür
soll die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl Audit GmbH aus Nürnberg beauftragt werden. Das Auftragsvolumen liegt bei insgesamt rund 362.000 Euro brutto. Der Gemeinderat stimmte der Vorlage der Verwaltung schließlich mit großer Mehrheit zu. Vier Gegenstimmen kamen aus der söl-Fraktion.
Zuvor hatte söl-Stadtrat Dr. Andreas Benk eine grundsätzliche Kritik am Umgang der Stadt mit den Jahresabschlüssen formuliert. In einer Stellungnahme verwies er darauf, dass zahlreiche Kommunen in der Region – etwa Aalen, Ellwangen, Schorndorf, Esslingen oder Tübingen
– ihre doppischen Jahresabschlüsse bereits vorgelegt hätten. Gmünd hingegen liege weiter deutlich zurück. Das sei nicht allein auf die Einführung der Doppik zurückzuführen, sondern vor allem eine Frage der Prioritätensetzung in der Verwaltung. Benk kritisierte zudem, dass durch die
verspätete Vorlage der Jahresrechnungen eine zeitnahe Kontrolle der städtischen Finanzen durch den Gemeinderat kaum möglich sei. Als Beispiel nannte er Mehrkosten bei Investitionen rund um die Remstalgartenschau, bei denen eine nachträgliche Prüfung erschwert gewesen sei.
CDU-Fraktionsvorsitzender Alfred Baumhauer kritisierte den Vorstoß. Der Antrag habe mit dem eigentlichen Tagesordnungspunkt nichts zu tun. „Hier geht es um die Beauftragung von externen Beratern“, sagte Baumhauer. Der Antrag habe „nullkommanull“ mit der Vorlage zu tun.
Nach anfänglicher Unklarheit, ob der Antrag zulässig ist, einigte sich das Gremium, über den Antrag abzustimmen. Eine Mehrheit des Gemeinderats lehnte ihn ab. Im Anschluss folgte die Abstimmung über die Vorlage der Verwaltung. Diese wurde mit deutlicher Mehrheit angenommen;
lediglich die vier söl-Stadträte votierten dagegen.
Die Verwaltung hatte zuvor darauf verwiesen, dass Schwäbisch Gmünd bei den Jahresabschlüssen für mehrere Jahre im Rückstand ist. Um zumindest die Abschlüsse für 2020 und 2021 in einem vertretbaren Zeitrahmen erstellen zu können, sei externe Unterstützung notwendig. Nach Darstellung der Stadtkämmerei soll die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen zugleich dazu beitragen, internes Know-how für künftige Abschlüsse aufzubauen.
Copyright Rems Zeitung, 09.03.2026
