Hetzreden gegen JKI
Der Vorstand der Wählervereinigung söl e. V. übt deutliche Kritik an der AfD-Fraktion im Gmünder Gemeinderat. Anlass sind aus ihrer Sicht diffamierende Unterstellungen gegenüber den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich im Esperanza ehrenamtlich engagieren. Noch vor Kurzem war der Fraktionsvorsitzende der AfD mit den Worten zitiert worden, man müsse „nicht immer auf Konflikt gehen, um seinen Standpunkt deutlich zu machen“, auf kommunaler Ebene sei vielmehr „Sacharbeit gefragt“. Zwischen diesen öffentlich geäußerten Aussagen und den nun erhobenen Vorwürfen und Unterstellungengegen die engagierten jungen Gmünderinnen und Gmünder liegen nicht einmal zwei Monate. Aus Sicht des Vorstands zeigt sich nun, dass die AfD ihre bürgerliche Fassade abgelegt und nun auch in Schwäbisch Gmünd im Umgang mit der Jugendkulturinitiative ihr rechtsextremes Gesicht offenbart hat.
Überrascht zeigt sich der Vorstand darüber jedoch kaum. Wer Mitglied einer als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei ist und öffentlich die Würde von Menschen infrage stellt, für den sind Jugendliche, die ihre kulturellen Interessen ausleben und nicht immer dem Mainstream folgen, offenbar ein Dorn im Auge.
Das Esperanza besteht seit 25 Jahren in Schwäbisch Gmünd und ist ein dauerhaft existierendes kulturellesAngebot für Jugendliche und junge Erwachsene in Selbstverwaltung. Die Mitglieder arbeiten vollständig ehrenamtlich und wurden für ihr Engagement bereits mehrfach von Oberbürgermeister Arnold ausgezeichnet. 2013 erreichten sie zudem den dritten Platz beim baden-württembergischen Ehrenamtswettbewerb „Echt gut“. Neben zahlreichen Konzerten, Open-Air-Veranstaltungen, Faschingsfeiern für Menschen mit und ohne Behinderung sowie regelmäßigen Beiträgen zum Gmünder Stadtfest steht das „Espe“ allen Interessierten offen.
Der Vorstand des söl e. V. verurteilt deshalb die aus seiner Sicht unsachlichen und diffamierenden Aussagen der AfD-Fraktion im Gemeinderat und appelliert an das Gremium, keine Kürzungen über die allgemein angewandten zehn Prozent hinaus vorzunehmen. Andernfalls, so die Befürchtung, könnte dieses Gmünder Kleinod in seiner Existenz bedroht sein. Ein Paradebeispiel für kontinuierliches ehrenamtliches Engagement junger Gmünderinnen und Gmünder stünde damit auf dem Spiel.
