Kreisjugendring warnt: Stellenabbau gefährdet Jugendarbeit in Gmünd
Der Kreisjugendring schlägt Alarm: Eine geplante Kürzung könnte weitreichende Folgen für Jugendarbeit und Fördermittel in Schwäbisch Gmünd haben.
Schwäbisch Gmünd. Der Vorstand des Kreisjugendring Ostalb e.V. stellt sich entschieden gegen die geplante Stellenstreichung beim Stadtjugendring Schwäbisch Gmünd ab 2026. Unsere Kinder und Jugendlichen sind die Zukunft von morgen – sie brauchen Beteiligungsformate, sie brauchen Freizeitformate und –aktionen, sie brauchen niederschwellige und kostengünstige Angebote. Und vor allem brauchen sie eins: Einen starken Stadtjugendring, der ihre Interessen vertritt.
Warum Ehrenamt professionelle Strukturen braucht
Dies ist nur möglich, wenn der ehrenamtliche Vorstand weiterhin mit einer hauptamtlichen Geschäftsführung besetzt ist. Denn: Ehrenamtliche wollen gestalten, nicht verwalten. Viele anfallende Aufgaben sind in der heutigen Zeit neben Beruf und Familie für Ehrenamtliche nicht leistbar! Ehrenamt braucht verlässliche Strukturen und eine stabile Erreichbarkeit von Verantwortlichen. Viele Aufgaben erfordern Expertise: beim Fördermittelmanagement, bei der Öffentlichkeitsarbeit und bei rechtlichen Anforderungen.
Fördermittel können nur mit Hauptamt verwaltet werden
Fördermittel über den Landesjugendplan (2025: knapp 30.000,00€) und zusätzliche Fördermittel für den Stadtjugendring und damit einhergehend für die Stadt Schwäbisch Gmünd aus den Kreismitteln (2025: 1.450,00€) können nur verwaltet werden, wenn dafür verlässliche hauptamtliche Strukturen vorhanden sind.
Kooperationsprojekte stehen ohne Hauptamt auf der Kippe
Ebenfalls ist der Kreisjugendring freier Träger der „Partnerschaft für Demokratie Ostalbkreis“. In diesem Jahr wurde der Stadtjugendring für ein Kooperationsprojekt mit der Stadt Schwäbisch Gmünd gefördert. Innerhalb des Projekts fand ein Schattentheater-Workshop für Kinder statt. Dieser Workshop konnte nur angeboten werden, da der Stadtjugendring Schwäbisch Gmünd hierfür einen Antrag bei der „Partnerschaft für Demokratie Ostalbkreis“ gestellt hatte. Bewilligt wurden für das Projekt 3.000,00€, welche der Stadt Schwäbisch Gmünd ohne den Stadtjugendring nicht zur Verfügung gestanden wären. Denn nur gemeinnützige Organisationen können innerhalb des Programmes Gelder beantragen.
Folgen der Stellenstreichung: Strukturen brechen weg
Diese vorhandenen und etablierten Strukturen fallen auch für die Stadt Schwäbisch Gmünd weg, sobald die hauptamtliche Stelle beim Stadtjugendring entfällt. Denn diese Verwaltungsaufgaben kann ein ehrenamtlicher Vorstand nicht leisten. Ausschließlich beim Amtsgericht eingetragene Personen dürfen den Verein nach außen vertreten – somit kann für die Verwaltungsaufgaben auch keine Person eingesetzt werden, die nicht offiziell benannt ist.
Kürzungen ja – Personalabbau nein
Auch dem Vorstand des Kreisjugendrings ist bewusst, dass wir in Zeiten knapper Kassen leben. Die Kürzung der Barmittel wurde vom Stadtjugendring auch mitgetragen! Die Kürzung der Personalstellen lehnen wir, wie bereits oben benannt und begründet entschieden ab.
Copyright Gmünder Tagespost, 12.12.2025
