Kürzungen? Das tut die Stadt Gmünd, damit die Bereitschaftspraxis bleibt
Die mögliche Kürzung der Praxiszeiten am Stauferklinikum sei fatal, signalisiert ein söl-Stadtrat. Bürgermeister Baron erklärt, was die Stadt tut.
Schwäbisch Gmünd. Was kann die Stadt Schwäbisch Gmünd dafür tun, dass die Bereitschaftspraxis am Mutlanger Stauferklinikum unangetastet bleibt? Das beantwortete Erster Bürgermeister Christian Baron in der jüngsten Ausschusssitzung des Gemeinderats.
Schlange bis auf die Straße
Eine Schlange bis auf die Straße habe Sebastian Fritz (söl) am Montagabend vergangener Woche vor der Notaufnahme am Stauferklinikum gesehen. Dass im Raum stehe, die Zeiten der ebenfalls dort angesiedelten Bereitschaftspraxis zu kürzen, sei fatal, äußerte der Stadtrat in der Sitzung des Verwaltungsausschusses. „Der Bedarf ist riesig.“
Interne Mail verrät Pläne
Laut einer internen E-Mail gibt es bei der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) die Überlegung, die täglich geöffnete Praxis ab September montags, dienstags und donnerstags zu schließen.
Was längere Wege und Wartezeiten für die Patienten bedeute, erklärten die Sprecher Manuela Giesel fürs Klinikum und Wasmut Fiedler vom Verein Ärztlicher Bereitschaftsdienst Schwäbisch Gmünd dieser Redaktion. Außerdem erhalte die Notaufnahme ihren Mehraufwand nicht ausreichend vergütet.
Zwar möchte die KVBW offiziell keine Änderungen bestätigen. Gleichwohl führe die Stadt Gespräche, sagte Christian Baron. „Wir sind nicht begeistert, im Gegenteil, das ist keine gute Entwicklung“, antwortete der Erste Bürgermeister Stadrat Fritz. Die Stadt wisse, dass in Gremien der KVBW Ärzte drin sitzen, „die Laut geben“.
Auf Nachfrage dieser Redaktion erklärte Baron, dass er am Mittwoch (8. Juli) die Gelegenheit hatte, mit der Klinikleitung über das Thema Bereitschaftspraxis zu sprechen. Letztlich liege die Entscheidung bei der KVBW. „Aber die Stadt und ich als städtischer Vertreter werden nicht müde, an den beteiligten und betroffenen Stellen das Thema anzusprechen. So auch im Gespräch mit der Klinikleitung.“
Was ist die Bereitschaftspraxis, was soll sich ändern?
Die Bereitschaftspraxis am Stauferklinikum in Mutlangen ergänzt seit 2012 die Notaufnahme und übernimmt Aufgaben, die ins Metier der Hausärzte fallen.
„Wir haben täglich offen, montags, dienstags, donnerstags und freitags von 18 bis 22 Uhr, mittwochs von 16 bis 22 Uhr und samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 20 Uhr“, erklärt Wasmut Fiedler vom organisierenden Verein der Ärzteschaft.
Im Raum steht, dass die KVBW die Öffnungszeiten ab September um drei Tage kürzt. Dann hätten Patienten drei Optionen: in die Notaufnahme gehen, in die Praxis nach Aalen fahren oder die Hilfenummer 116 117 nutzen.
