Mehr als 1500 Unterschriften: Esperanza startet Petition für „faires Maß“ an Kürzungen

Unterstützung für das Esperanza: Über 1500 Menschen unterzeichnen eine Petition gegen die geplanten Kürzungen. Der Gemeinderat muss nun über die Zukunft des Kulturzentrums entscheiden.
Schwäbisch Gmünd. Mit einer Online-Petition wehrt sich die Jugendkulturinitiative (JKI) und das Esperanza gegen die Sparpläne der Stadt: „Es droht eine übermäßige Kürzung statt der durchgängigen 10 Prozent, die bei anderen Vereinen von Seiten der Stadtverwaltung geplant sind“, heißt es in der Petition. Als Initiator wird Fritz Lemke angegeben, der auch als Vorstandsmitglied des Stadtjugendrings auftritt.
Mehr als 1500 Unterschriften zählt die Petition bereits. Die Kernforderung: Die Mittel der Jugendkulturinitiative und des Esperanzas sollen mit dem gleichen 10-Prozent-Satz gekürzt werden, der auch bei anderen Vereinen, Institutionen und Kostenfeldern angewandt wird. Der aktuelle Vorschlag der Verwaltung sieht vor, der JKI, 90 Prozent der Mietkosten für das Esperanza zuzuschießen. Bisher war es die komplette Miete. Zusätzlich soll der Verein die Nebenkosten für das Gebäude künftig selbst zahlen. Bislang förderte die Stadt hier mit einem Betrag von bis zu 4000 Euro.
Petition: Kürzungen auf „ein faires Maß“ reduzieren
„Dies ist weder fair noch gerecht und gefährdet die Zukunft eines Kulturzentrums, das sich in der Region Schwäbisch Gmünd aktiv für junge Menschen und kulturelle Vielfalt einsetzt“, heißt es in der Online-Petition. Die Forderung der Initiatoren: Die Kürzungen sollen auf „ein faires Maß“ von 10 Prozent festgelegt werden. Die Stadtverwaltung hingegen verteidigt ihren Vorschlag.
Finanzbürgermeister Christian Baron bezeichnete die vorgeschlagenen Einsparungen bei JKI und Esperanza im Rahmen der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses des Gemeinderats als „weit weg von existenzbedrohend“. Aktuell koste der Eintritt für Veranstaltungen im Esperanza zwischen 5 und 10 Euro, in Einzelfällen 20 Euro. Würden diese Preise um 2 Euro auf 7 bis 22 Euro erhöht, wären „somit bereits 10.000 Euro mehr eingenommen“.
Dabei merkt die Stadt ebenfalls an, „dass die meisten Vereine mit eigenen oder angemieteten Immobilien […] teilweise einen geringeren Zuschuss erhalten und die Kosten im Wesentlichen selbst tragen müssen“.
Grüne, SPD, AfD und söl stellen Anträge
Mit dieser Begründung zeigen sich auch einzelne Fraktionen des Gemeinderats unzufrieden. Die Grünen etwa fordern in einem Antrag zum Haushalt, das „Prinzip der 10 Prozent Einsparung auf gesamte Zuschüsse“ anzuwenden. Der Vorschlag der Verwaltung entspreche „aus unserer Sicht nicht dem Grundsatz der Gleichbehandlung“. Die prozentualen Kürzungen beim Esperanza beziffert die Fraktion auf 30 Prozent.
Die SPD sieht das Esperanza durch die geplanten Kürzungen doppelt belastet. Kürzt die Stadt die Förderung für die JKI, falle auch die Förderung durch das Land Baden-Württemberg geringer aus. „Dadurch erhöht sich der Fehlbetrag des Esperanza im Jahr 2027 auf real 8700 Euro.“ Dieses Geld müsse durch Eintrittspreise und den Verkauf von Getränken erwirtschaftet werden. Der Fehlbetrag werde demnach „auf die Besucher, insbesondere Jugendliche, umgelegt“.
Während die AfD-Fraktion die ersatzlose Streichung aller Förderungen für die JKI und das Esperanza fordert, macht sich die söl-Fraktion für die Deckelung der Kürzungen auf 10 Prozent stark. Ferner sollen die Nebenkosten weiterhin komplett übernommen werden. Das Esperanza werde von „sehr jungen Mitgliedern getragen, die nicht einfach ihr Taschengeld erhöhen können, um die Defizite auszugleichen“. Die von der Stadt vorgeschlagenen Preiserhöhungen bei Eintritt und Getränken seien „weder kurzfristig realistisch noch in der geforderten Größenordnung umsetzbar“.
Wie die Zukunft der städtischen Unterstützung für das Esperanza aussieht, entscheidet der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung des Jahres am Mittwoch, 17. Dezember. Im Esperanza zeigt man sich derweil zufrieden mit der Resonanz auf ihre Petition. „Das Team des Jugendkulturzentrums Esperanza bedankt sich herzlich für die große Unterstützung und zeigt sich erleichtert über die starke Solidarität“, heißt es in einer Stellungnahme. „Es macht uns Mut zu sehen, wie viele Menschen unsere Arbeit, unsere Werte und die Bedeutung von Jugendkultur aktiv verteidigen.“
Copyright Rems Zeitung, 16.12.2025
