Zukunft statt Stillstand: Der Marktplatz ist eine Investition in Klimaschutz, Lebensqualität und kommende Generationen
Die Diskussion über die geplante Umgestaltung des Schwäbisch Gmünder Marktplatzes zeigt, wie unterschiedlich Zukunftsinvestitionen bewertet werden. Die ablehnende Haltung der beiden CDU-Stadträte Daniela Dinser und Fabian Wolf greift dabei aus unserer Sicht deutlich zu kurz.
Der Marktplatz ist weit mehr als ein gepflasterter Platz. Er ist das Herz unserer Stadt, ein Ort der Begegnung, des Handels, der Kultur und des gesellschaftlichen Lebens. Gerade deshalb muss er den Herausforderungen des Klimawandels gerecht werden.
Die geplante Begrünung mit zusätzlichen Bäumen ist keine dekorative Maßnahme, sondern ein wesentlicher Baustein moderner Stadtentwicklung. Bäume sorgen für Schatten, senken die Temperaturen an heißen Sommertagen, verbessern die Luftqualität, speichern CO₂ und erhöhen die Aufenthaltsqualität für alle Menschen. Sie machen unsere Innenstadt lebenswerter und stärken gleichzeitig den Einzelhandel und die Gastronomie, weil sich Menschen dort gerne aufhalten.
Klimaschutz und Klimaanpassung sind keine freiwilligen Luxusprojekte, sondern Pflichtaufgaben einer verantwortungsvollen Kommunalpolitik. Jede Investition, die heute in klimaresiliente öffentliche Räume fließt, hilft dabei, die Folgekosten des Klimawandels in Zukunft zu begrenzen. Wer notwendige Maßnahmen immer weiter aufschiebt, spart nicht – vielmehr werden die finanziellen Belastungen für kommende Generationen durch Hitzeschäden, Starkregenereignisse, Gesundheitskosten und spätere Sanierungsmaßnahmen deutlich höher ausfallen.
Gerade deshalb ist die in Aussicht gestellte Bundesförderung eine große Chance. Mit einem Eigenanteil der Stadt können Fördermittel in Millionenhöhe nach Schwäbisch Gmünd geholt werden. Es wäre fahrlässig, eine solche Möglichkeit ungenutzt verstreichen zu lassen.
Selbstverständlich besteht auch in Schulen, Sportstätten und sozialen Einrichtungen erheblicher Investitionsbedarf. Diese Herausforderungen dürfen jedoch nicht gegeneinander ausgespielt werden. Zukunftsfähige Kommunalpolitik bedeutet, notwendige Infrastruktur zu erhalten und gleichzeitig die Stadt an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen.
Besonders verwundert uns die Argumentation der beiden Stadträte, sie hätten ihr Ohr „nah am Bürger“. Bürgerinnen und Bürger wünschen sich selbstverständlich funktionierende Schulen, Sportstätten und soziale Einrichtungen. Gleichzeitig erleben sie aber auch die zunehmende Sommerhitze in unserer Innenstadt und erwarten Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels.
Wir möchten Daniela Dinser und Fabian Wolf deshalb ermutigen, nicht nur auf einzelne Stimmen zu hören, sondern auch den Blick über die Stadtgrenzen hinaus zu richten. Zahlreiche Kommunen in Deutschland und Europa haben ihre Innenstädte bereits klimaresilient umgestaltet oder befinden sich mitten in diesem Prozess. Wer diese Städte besucht, mit den Verantwortlichen spricht und die positiven Auswirkungen auf Aufenthaltsqualität, Stadtklima, Handel und Lebensqualität erlebt, erkennt schnell, dass Investitionen in Begrünung und Klimaanpassung keine ideologischen Projekte sind, sondern notwendige Zukunftsinvestitionen.
Schwäbisch Gmünd hat jetzt die Chance, mit Unterstützung des Bundes einen wichtigen Schritt in Richtung einer lebenswerten, klimaangepassten und zukunftsfähigen Innenstadt zu gehen. Diese Chance sollten wir im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger sowie der kommenden Generationen nutzen.
Die eigentliche Frage lautet daher nicht, ob wir uns diese Investition heute leisten können. Die entscheidende Frage ist vielmehr, ob wir es uns leisten können, sie nicht zu tätigen.
