Streit ums Schulessen in Gmünd: Drei Fraktionen wollen Gebührenanstieg deckeln
Aus der heutigen Rems Zeitung: Der Gemeinderat Schwäbisch Gmünd debattiert am Mittwoch über teurere Schulbetreuung und teureres Essen. Während die Stadt die Kosten senken will, fordert ein Bündnis soziale Deckelungen zum Schutz der Familien.
Wenn der Gemeinderat Schwäbisch Gmünd am Mittwoch, 25. März, um 16 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses zusammenkommt, dürfte ein Thema für intensive Debatten sorgen: die geplante Erhöhung der Entgelte für Schulkindbetreuung und Schulessen. Nun haben die Fraktionen von Grünen, SPD und SÖL einen gemeinsamen Antrag vorgelegt. Das Ziel: die Belastung für Familien zu begrenzen.
Die Stadtverwaltung begründet die geplanten Erhöhungen mit deutlich gestiegenen Kosten. In der Sitzungsvorlage heißt es, „vor dem Hintergrund steigender Personal-, Fortbildungs- und Sachkosten sowie einer weiterhin hohen Nachfrage ist eine Anpassung der Entgelte erforderlich“. Ziel sei es, „einen angemessenen Kostendeckungsgrad zu erreichen“ und zugleich die Qualität der Betreuung zu sichern.
Deutliche Preissteigerungen geplant
Konkret sieht der Verwaltungsvorschlag deutliche Preissteigerungen vor. So soll etwa das Mittagessen für Grundschüler von bislang 4 auf 5 Euro steigen, für ältere Schüler von 4,30 auf 5,50 Euro. Die tatsächlichen Bereitstellungskosten liegen laut Verwaltung im Schnitt bei 8,10 Euro pro Essen.
Auch im Bereich der Schulkindbetreuung sieht die Vorlage umfassende Änderungen vor. Das bisherige Rabattsystem soll beendet werden; stattdessen werden die Entgelte gleichmäßig pro Modul festgesetzt. Für das erste Kind würde ein Betreuungsmodul (fünf Tage pro Woche) beispielsweise künftig 60 Euro statt bisher 40 Euro kosten.
Die Verwaltung begründet diesen Schritt mit der angespannten Haushaltssituation. Die Betreuung stelle in ihrem jetzigen Umfang eine „freiwilliges, erweitertes Leistungsangebot der Stadt“ dar. Zudem müssten steigende Kosten für die Qualifizierung von Personal abgefangen werden.
Fraktionsbündnis fordert soziale Komponente
Die Fraktionen Grüne, SPD und SÖL haben daraufhin einen gemeinsamen Antrag formuliert. In der Begründung machen sie deutlich, dass sie die finanzielle Lage der Stadt zwar anerkennen, die geplanten Maßnahmen aber für sozial unausgewogen halten. Ihr zentrales Ziel ist es, „notwendige finanzielle Anpassungen mit sozialer Verantwortung zu verbinden“. Der Antrag sieht vor:
- Deckelung der Erhöhung: Die aktuellen Entgelte für die Betreuung sollen in der Summe um maximal 10 Prozent steigen.
- Neues Konzept: Die Verwaltung wird beauftragt, auf Basis dieser 10-prozentigen Erhöhung ein neues Modulkonzept zu erarbeiten.
- Geringerer Preisanstieg beim Essen: Das Mittagessen soll für Grundschüler auf 4,40 Euro und für die Sekundarstufe auf 4,80 Euro festgelegt werden.
In der Antragsbegründung betonen die Fraktionsvorsitzenden Gabriel Baum, Sigrid Heusel und Sebastian Fritz, dass die vorgesehenen Erhöhungen der Stadt „deutlich über ein moderates Maß hinaus“ gingen. Besonders Familien, die knapp oberhalb der Einkommensgrenzen für Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) liegen, würden durch die kumulierten Preissteigerungen überproportional belastet. Eine Deckelung auf 10 Prozent orientiere sich an den pauschalen Einsparvorgaben aus der vorangegangenen Haushaltsdiskussion.
Die Verwaltung hingegen verweist auf den wachsenden Zuschussbedarf. Gleichzeitig sei das Angebot in Schwäbisch Gmünd qualitativ hochwertig und gehe „deutlich über den gesetzlichen Mindestanspruch hinaus“.
Vor diesem Hintergrund versteht die Verwaltung die Gebührenerhöhung auch als Steuerungsinstrument. Entgelte seien ausdrücklich zulässig, um die Nachfrage zu lenken und das System langfristig tragfähig zu halten.
Copyright Rems Zeitung, 25.03.2026
