Den eigenen Traum-Schulhof mitgestalten
Bildung: 627.000 Euro für einen Schulhof – ist das zu viel? Der Pausenhof der Rauchbeinschule soll entsiegelt und neu gestaltet werden, die Schüler durften mitplanen. Im Ausschuss gab es viel Lob, aber auch Diskussionen über die Kosten.
Der Pausenhof der Rauchbeinschule soll für 627.000 Euro grundlegend saniert und entsiegelt werden. Im Ausschuss gab es dafür am 15. Juli parteiübergreifend große Anerkennung – vor allem, weil die Kinder die Neugestaltung intensiv mitplanen und mitgestalten durften. Die Stadträte sehen darin ein Musterbeispiel für gelebte Demokratieförderung. Der asphaltierte Hof aus den 1950er-Jahren hat seine besten Zeiten hinter sich. Durch den Bau des benachbarten Kindergartens Kunterbunt, dessen Fahrzeuge die Flächen als Zufahrt und Lager nutzten, wurde der Zustand zuletzt noch verschlechtert. Nun steht eine Generalsanierung an, die den Hof in einen grünen Natur-Erlebnisraum verwandeln soll. Doch bevor am 22. Juli der Gemeinderat die endgültige Entscheidung über den Baubeschluss fällen soll, stand das Projekt im Klima-, Umwelt-, Energie- und Bauausschuss zur Debatte. Dabei rückte die außergewöhnliche Mitgestaltung durch die Schülerinnen und Schüler in den Fokus. Dem fertigen Entwurf der Planer ging ein Beteiligungsprozess voraus. Neben Lehrkräften und Eltern wurden vor allem die Kinder eingebunden. Höhepunkt war ein Workshop im Jahr 2025, geleitet von Olga Gerashchenko und Anna Löberbauer der Organisation MUNDI. Die dort gesammelten Wünsche der Kinder flossen direkt in die Planung ein. Andreas Benk (söl) nannte das Vorgehen ein „Musterbeispiel für Demokratieförderung“ und schlug vor, die Kinder einmal in den Gemeinderat einzuladen, damit diese sehen können, wie die Stadt mit ihren Vorschlägen verfährt. Gabriel Baum (Grüne) fand die Einbindung der Schüler bemerkenswert und nannte sie eine „Schulung der Demokratie“. Auch Andreas Wörner (AfD) war beeindruckt davon, wie die Ideen gesammelt wurden, und war überzeugt, dass es bei Den eigenen Traum-Schulhof mitgestalten Bildung: 627.000 Euro für einen Schulhof – ist das zu viel? Der Pausenhof der Rauchbeinschule soll entsiegelt und neu gestaltet werden, die Schüler durften mitplanen. Im Ausschuss gab es viel Lob, aber auch Diskussionen über die Kosten. Problemen sicher kreative Lösungen geben werde. Peter Vatheuer (FDP/FW) lobte das Konzept vor allem aus pädagogischer Sicht. Trotz des Lobes sorgte die finanzielle Dimension für Diskussionen. Immerhin stehen voraussichtliche Bruttobaukosten von 627.000 Euro im Raum. Fabian Wolf (CDU) fand die Vorlage bemerkenswert, wollte aber wissen, wie diese Summe zustande komme. Das sei eine „Aufwertung der Extra-Klasse“ für die Schule. Im Ausschuss wurde darauf verwiesen, dass mit den aktuellen Preisen in der Baubranche 600.000 Euro heute leider nicht mehr so viel Geld seien wie vor ein paar Jahren. Für Gabriel Baum (Grüne) stand fest, dass man bei den Kosten „mit den Ohren schlackere“, weshalb man diese bei der weiteren Planung im Auge behalten müsse. Peter Vatheuer (FDP/FW) gab zu bedenken, dass der Preis für eine hochverschuldete Kommune viel Geld sei. Maren Zengerle (SPD) hätte sich mehr Informationen zu den Kosten der einzelnen Elemente gewünscht, betonte aber: Wenn die Sanierung langfristige Verbesserungen bietet, werde man dem Projekt zustimmen. Ähnlich argumentierte Constance Schwarzkopf-Streit (Bürgerliste): Wenn die Ergebnisse auf lange Sicht Bestand hätten, seien diese eine „super Investition in die Zukunft“. Das geplante Konzept orientiert sich eng am Profil der Schule, die einen Schwerpunkt auf Umweltbildung legt. In Abstimmung mit dem betreuenden Lehrer Daniel Pieri wird der Schulgarten vergrößert und mit Obstgehölzen aufgewertet, damit das Gemüse direkt in der Mensaversorgung verwendet werden kann. Da die Hangrutsche veraltet ist, wird sie durch eine breitere Rutsche ersetzt. Am Fuße des Hügels entsteht ein Trockenbachlauf aus Kies mit Findlingen und einer Matschküche. Zudem weicht der Asphaltbelag teilweise einer wasserdurchlässigen Decke, Beete werden vergrößert und eine Sitzarena aus Naturstein dient als „grünes Klassenzimmer“. Die Baumaßnahme soll über den Sommer öffentlich ausgeschrieben werden, der Baubeginn ist für Oktober 2026 geplant. Gebaut wird in zwei separaten Abschnitten. Einzelne AGs wie die Natur- und Wald-AG sollen zudem aktiv in den praktischen Aufbau eingebunden werden. Am 22. Juli kommt das Projekt im Gemeinderat zur Abstimmung.
Copyright Rems Zeitung, 18.07.2026
