Trotz Kritik: Gmünds Räte treiben Pflegeheim am Schönblick voran
Der Investor des neuen Pflegeheims in Wetzgau antwortet im Gmünder Gemeinderat auf Kritik. Zur Frage des Standorts wird Erich Steig mehr als deutlich.
Schwäbisch Gmünd. Eine weitere Hürde fürs neue Pflegeheim am Schönblick ist genommen. Mit 25 Stimmen mehrheitlich von CDU, Bürgerliste, AfD und FDP/Freie Wähler hat der Gmünder Gemeinderat dem Durchführungsvertrag zugestimmt. Erich Steib vom Investor Reisch beantwortete Fragen zu Bäumen und Parken.
Investor äußert sich klar
Ein Startschuss also – oder im Umkehrschluss: Hätte der Rat sich gegen den Vertrag entschieden, wäre das neue Pflegeheim mit 60 Plätzen Geschichte. Das machte Erich Steib ganz klar.
„Die Standortdiskussion erschließt sich uns nicht“, sagte der Projektleiter des Investors Reisch. Sein Unternehmen sei explizit vom Pflegeunternehmen „Die Zieglerschen“ und dem Schönblick angefragt worden, um an dieser Stelle ein Pflegeheim zu erhalten. „Wir brauchen keinen neuen Standort“, sagte Steib, „entweder wir tun es dort oder wir tun es dort nicht. Die Diskussion ist uns ehrlich gesagt Wurst.“
Kritiker: Falscher Standort
Die Kritiker – neun Räte von Grüne, söl und in Teilen die SPD sagten Nein, zwei enthielten sich – machten ihre Ablehnung in erster Linie am gewählten Standort fest. Dass für den Neubau 7500 Quadratmeter Wald am Rande des Taubentals gerodet werden müssten, hat auch eine Bürgerinitiative auf den Plan gerufen.
Zwar begrüßen die Grünen es, dass ein Investor in Gmünd bereit ist, ein Pflegeheim zu bauen, sagte Fraktionschef Gabriel Baum. „Es ist nachvollziehbar, auch Seniorenwohnen zu schaffen.“ Doch: „Es hätte Zeit genug gegeben für den ursprünglichen Investor, den Schönblick, an anderer Stelle zu planen.“
Parkdruck wird steigen
Maren Zengerle (SPD) fand positiv, dass die Pflegeplätze erhalten würden. Die Entwässerung sei geklärt und Bäume würden erhalten. Aber: „Die sechs Stockwerke fügen sich nicht ein.“ Außerdem würden die Stellplätze nicht ausreichen.
Dass der Parkdruck sich erhöht, sei richtig, entgegnete Investorvertreter Reisch. Der Schönblick habe aber zugestimmt, dass Mitarbeiter Platz auf dem Parkplatz des Schönblicks finden.
Eine gute Nachricht, fand Richard Arnold. Der Oberbürgermeister fasste zusammen: „Der Schönblick hat sich entschlossen, aus der Pflege auszusteigen.“ Aber nicht gleich: „Er wartet, bis das neue Pflegeheim fertig ist.“
Mit dieser Entscheidung müssten Stadt und Gemeinderat verantwortlich umgehen, so Arnold: „Wir brauchen diese Plätze, wir brauchen sogar mehr Plätze.“ Martin Bläse (CDU) hatte zuvor ebenfalls auf den Bedarf gepocht. Er betonte:„Wir haben alles Notwendige abgeprüft. Alles entspricht dem, was wir einfordern.“
Was ist mit Erhalt der Bäume?
Dr. Andreas Benk (söl) bemängelte, dass der vorliegende Vertrag „Schlechterstellungen“ aufweise. „Die Demenzabteilung fällt weg, genau wie das Hospiz.“ Für die Seniorenwohnungen seien die Nutzungsbedingungen sehr vage gehalten. Außerdem sei der Erhalt der Bäume entlang der Willy-Schenk-Straße so nicht mehr explizit genannt.
So ist der Zeitplan
„Das Thema betreutes Wohnen wird weichgehalten“, bestätigte Erich Steig: Weil die Menschen sich zwischen den Angeboten im neuen Quartier möglichst frei entscheiden sollen. „Im hinteren Bereich müssen wir roden“, bestätigte er, „aber die Bäume im Straßenbereich werden wir erhalten“.
Zum Zeitplan erklärte der Projektleiter: „Wir haben die Roharbeiten und Erdarbeiten ausgeschrieben. Wenn Sie wollen, dass wir bauen, geht‘s im März los und in zwölf Monaten sind wir fertig.“
Copyright Gmünder Tagespost, 12.10.2026
