Mehr Radwege in Gmünd: Der Wille ist da, das Geld eher nicht
Wie steht es um die Rad-Infrastruktur? Im Verwaltungsausschuss gehen die Meinungen auseinander
Macht die Stadt Gmünd genügend für den Radverkehr? Darüber gingen die Meinungen in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am Mittwoch auseinander. Stadtrat Sebastian Fritz (söl) verwies auf die Klarenbergstraße, die nicht zur Fahrradstraße geworden war und nannte den Gemeinderat in diesem Zusammenhang „mutlos“. Dem widersprach Oberbürgermeister Richard Arnold: Die Entscheidung haben die Gmünderinnen und Gmünder in einem Bürgerentscheid getroffen. „Das nennt man Demokratie, ob einem das Ergebnis gefällt oder nicht.“ Zuvor hatte der städtische Radund Fußwegekoordinator Jürgen Stemke über aktuelle und künftige Maßnahmen berichtet. So habe die Stadt neue Radständer installiert, die neue Schranke im Schießtal sorge für mehr Sicherheit und Wegweisungen würden aktualisiert. Ein positives Beispiel sei der Radweg nach Waldstetten: Nach dessen Ausbau sei die Zahl der Radler innerhalb eines Jahres um mehr als 100 Prozent gestiegen, das sei mit der eingerichteten Zählstelle ermittelt worden. Alfred Baumhauer (CDU) meinte, Gmünd sei auf einem guten Weg. Die Realität sei aber, dass die meisten Leute noch immer mit dem Auto zur Arbeit führen. Er plädiere dafür, alle Verkehrsteilnehmer im Blick zu haben. Auch Brigitte Abele (BL) verwies auf Fußgänger als „das schwächste Glied“ und auf manche Radfahrer „denen alles egal ist“, etwa wenn sie entgegen der Fahrtrichtung auf dem Gehweg unterwegs seien. Christa Kircher-Beißwenger (Grüne) sagte, Stellplätze in der Stadt seien ja schön und gut, es müssten aber eben auch Radwege dort hinführen. Die Zählstellen seien super, weil so ersichtlich sei, dass sich etwas entwickle, wenn man etwas verbessere. Das sah Sebastian Fritz genauso: „Wer Radwege baut, bekommt mehr Radfahrer.“ Er zählte auf, welche Städte alle Fahrradstraßen ausgewiesen hätten und meinte: „Gmünd ist hier abgehängt.“ Es sei die Frage, ob der vom Gemeinderat einstimmig beschlossene Radwegeplan überhaupt noch Sinn mache. OB Arnold betonte, die Stadt habe in Sachen Rad-Infrastruktur „die Pläne in der Schublade“ und sei bereit. Allerdings sei die Umsetzung „auch eine Frage des Geldes“, Gmünd brauche dafür Zuschüsse. Das gelte etwa auch für den Ausbau des Radwegs entlang der B 29 zwischen Aalen und Lorch. Natürlich sei es sinnvoll, hier das Rad mitzubedenken. Die schleppende Umsetzung liege jedenfalls „nicht an uns“, so Arnold. Sebastian Fritz und OB Arnold waren sich übrigens am Ende einig, dass die fraktionsübergreifende Radkonzept-Gruppe baldmöglichst zu einem Termin zusammenkommen solle.
Copyright Rems Zeitung, 15.10.2026
