„Es ist ein Kompromiss“: Stadt und TSB einigen sich bei Platzneubau im Laichle
Aus der heutigen Rems Zeitung: Der Gemeinderat Schwäbisch Gmünd plant gemeinsam mit dem TSB ein neues Kleinspielfeld im Laichle. Diese Kompromisslösung soll die angespannte Platzsituation entschärfen. Doch wie zufrieden sind alle Beteiligten mit diesem Ergebnis?
„Ich glaube, es ist ein guter Tag für den Gmünder Sport“, sagt Klaus Arnholdt, Leiter des städtischen Amts für Bildung und Sport. Denn: Im Verwaltungs-, Wirtschafts- und Finanzausschuss des Gmünder Gemeinderats signalisierten die Vertreter der Fraktionen breite Unterstützung für den Vorschlag der Stadtverwaltung, gemeinsam mit dem TSB Schwäbisch Gmünd ein Kleinspielfeld im Laichle zu errichten. Eine Kompromisslösung, die zwar nicht an die Ausmaße der Pläne aus der Vergangenheit herankommt, doch für alle Beteiligten ein akzeptabler Weg zu sein scheint.
Wenn der Gemeinderat am 25. März zustimmt, wird ein Kleinspielfeld auf vier bestehenden Tennisplätzen im Laichle gebaut. Für die Stadtverwaltung und ihre aktuellen finanziellen Möglichkeiten ist das Thema damit vorerst abgehakt: „Mit diesem vorgelegten Gesamtpaket sind die Ansprüche des Vereins gegenüber der Stadt Schwäbisch Gmünd, welche sich auf Zusagen aus der Projektentwicklung des Verkaufs des TSB-Areals in der Buchstraße entstanden sind, abschließend abgegolten“, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss, der sich am Mittwoch mit dem Thema befasste.
„Es ist auf jeden Fall ein Kompromiss“
„Es ist ein Ergebnis, mit dem wir zumindest leben können“, bilanziert TSB-Vorstandssprecher Michael Hieber, der selbst maßgeblich an den Verhandlungen mit der Stadtverwaltung beteiligt war, im Gespräch mit der Rems-Zeitung. Allen Beteiligten sei klar gewesen, dass die finanziellen Verhältnisse der Stadt momentan keine großen Sprünge erlaubten. Das nun geplante Mini-Spielfeld mit den Maßen 35 mal 50 Meter habe „alles, was man braucht“, um den jüngsten Kickern der Bambini bis zur E-Jugend einen geregelten Trainings- und Spielbetrieb zu ermöglichen. Derzeit teilen sie sich den Hauptsportplatz des TSB im Laichle mit den älteren Jugendlichen und den Erwachsenen. Die Lösung entlastet die Belegungspläne. Gleichzeitig schwingt bei Hieber Realismus mit, wenn er einräumt: „Es ist auf jeden Fall ein Kompromiss.“
Als er in die Verhandlungen eingestiegen sei, habe das Projekt komplett zu kippen gedroht, blickt der Vorstandssprecher zurück. Den Allwetterrasen für die Jugend, der zwischen den vorhandenen Sportstätten und der B 298 entstehen soll, sieht Hieber deswegen in jedem Fall als „Gewinn“. „Aber man muss auch sehen, dass wir als Verein da eine Menge Geld mit einbringen“, schiebt er hinterher. Die Verhandlungen seien rückblickend auf beiden Seiten zwar teils hitzig geführt worden, dennoch „haben wir ein gutes Miteinander mit der Stadt“, sagt Hieber. Vorstandsmitglied Steffen Alt spricht von einem „Schulterschluss“ zwischen TSB und Stadt.
Verein übernimmt die Hälfte der Kosten
Das Kleinspielfeld soll eine geschätzte halbe Million Euro kosten, der Zuschuss der Stadt beträgt 250.000 Euro, verteilt auf zwei Jahre. An der neuen Flutlichtanlage beteiligt sich das Rathaus mit 50.000 Euro. Ein Eigenanteil in der gleichen Größenordnung, um 300.000 Euro, dürfte damit auch auf den TSB zukommen, zumal Baukostensteigerungen nicht auszuschließen sind. „Es ist nicht typisch, dass sich ein Verein mit einer solchen Summe am Sportplatzbau beteiligt“, ordnet Michael Hieber ein.
Während der Vorstandssprecher die politische Flanke absichert, blickt Thomas Klaus, der Spielleiter der Fußballabteilung, auf die nackten Tatsachen – und die sind grün, nass und überlastet. „Eigentlich war es ganz anders vorgesehen“, erinnert er sich. Der TSB sollte unter dem Titel „Sportpark Laichle“ eine Vielzahl neuer Sportanlagen bekommen, darunter zwei neue große Fußballplätze – Rasen und Kunstrasen – sowie ein Regenrückhaltebecken, um trockene Platzverhältnisse zu gewährleisten. Heute ist der TSB neben dem TSGV Rechberg der einzige Fußballverein in Gmünd, der nur einen einzigen großen Platz für den gesamten Spiel- und Trainingsbetrieb hat.
Ab nächstem Jahr teilen sich sieben Mannschaften ein einziges Spielfeld, von den C-Jugendlichen zu den Aktiven. Wenn es viel geregnet habe, werde das Fußballspielen im Laichle zur Schlammschlacht. „Das Wasser steht auf dem Platz“, so Klaus. Mehrmals habe man deswegen schon Spiele absagen müssen. „Wir haben keine Alternative.“ So macht Klaus keinen Hehl daraus, dass das Thema eines zweiten großen Sportplatzes früher oder später wieder aufs Tapet kommen müsse. Man könne den Trainings- und Spielbetrieb nicht auf Dauer unter diesen Umständen stemmen.
Insgesamt 1,1 Millionen Euro hat die Stadt bereits in verschiedene vorbereitende Maßnahmen für den großangelegten Sportpark gesteckt, erklärte Oberbürgermeister Richard Arnold in der Ausschusssitzung. Zum Beispiel Erschließung und Planung. Für längere Zeit müsse man sich von der Umsetzung verabschieden. Aber: „Die Planungsdaten sind nicht vom Tisch.“ Im Ausschuss stieß der Vorschlag der Stadt auf breite Zustimmung. Die TSB-Vorstandsmitglieder Michael Hieber und Steffen Alt sprachen vor dem Gremium zudem davon, nun nach vorne zu blicken. Hieber hofft auf eine „sinnige“ und „versöhnliche“ Lösung für alle Beteiligten.
Die Stadt stehe in der Schuld des TSB, meinte CDU-Stadtrat Hannes Barth. Die aktuellen Pläne seien ein Beitrag, „den die Stadt stemmen kann, der dem TSB zugutekommt und der dem TSB zusteht“. Er kündigte die Zustimmung seiner Fraktion an. Auch Sabine Braun (Grüne) befürwortete den Vorschlag. Für Dr. Uwe Beck (SPD) wirkt der Kompromiss nach einer gewissen „Befriedung“ im Verhältnis zwischen Stadt und TSB. Brigitte Abele (Bürgerliste) rechnete ebenfalls mit der Zustimmung ihrer Fraktion. söl-Fraktionschef Sebastian Fritz betonte, dass die Fußballabteilung des TSB lange in der Luft hing. „Umso besser, dass es jetzt endlich eine Lösung gibt.“ Seine Fraktion werde dem Plan „sicherlich“ zustimmen. Peter Vatheuer (FDP / FW) sah „keinen Grund“, dem Vorhaben nicht zuzustimmen. Es sei eine Lösung, die „auf Augenhöhe“ entwickelt wurde.
Copyright Rems Zeitung, 12.03.2026
