Gmünder Stadtfest: Das Kinderprogramm am Mühlbergle fällt ersatzlos aus
Aus der heutigen Rems Zeitung: Keine Hüpfburg, kein Kinderschminken: Das Familienprogramm am Mühlbergle gibt es beim Gmünder Stadtfest nicht mehr. Der Gemeinderat hatte die Stadtjugendring-Stelle gestrichen – mit Folgen. Auch das Esperanza muss umplanen.
Schwäbisch Gmünd. Wenn im Sommer das Gmünder Stadtfest gefeiert wird, gehörte ein Anlaufpunkt für Familien fest zum Programm: das „Stadtfest für Kids“ am Mühlbergle. Unter der Regie der Jugendkulturinitiative (JKI), des Stadtjugendrings (SJR) und des Jugendhauses herrschte dort samstags stets Trubel. Hüpfburg, Bungee-Trampolin, Kinderschminken und Bastelstationen lockten Hunderte kleine Besucher an. Doch damit ist in diesem Jahr Schluss. Das Kinderprogramm am Mühlbergle fällt ersatzlos aus.
Wir können kein Ersatzprogramm anbieten.
Markus Herrmann
Pressesprecher
Die Streichung ist die direkte Konsequenz aus einer Mehrheitsentscheidung des Gemeinderats während der jüngsten Haushaltsverhandlungen. Dort war mit 25 zu 15 Stimmen die nahezu vollständige Streichung der hauptamtlichen 25-Prozent-Stelle der SJR-Geschäftsführung beschlossen worden – gegen den Widerstand von Grünen, SPD und söl und trotz einer Mahnwache von Jugendlichen vor dem Rathaus. Als Reaktion darauf war der gesamte SJR-Vorstand geschlossen zurückgetreten; eine Nachfolge aus den Mitgliedsverbänden gibt es unter den aktuellen Bedingungen nicht.
Hauptamtliches Fundament fehlt
Finanzbürgermeister Christian Baron hatte in der Sitzung zwar noch in Aussicht gestellt, die Stadt werde den Ausfall mit eigenem Personal auffangen, etwa bei der Organisation der Stadtfestbühne. Für das beliebte Familienangebot gilt das jedoch nicht. Stadt-Pressesprecher Markus Herrmann stellt auf Anfrage klar: „Wir können kein Ersatzprogramm anbieten. Deshalb muss das Kinderprogramm entfallen.“
Das ehrenamtliche Netzwerk kann ohne das hauptamtliche Fundament des Stadtjugendrings im Hintergrund die Veranstaltung schlicht nicht tragen. „Wir haben auch stets beim Kinderprogramm unterstützt“, erklärt Philip Beyn vom Kulturzentrum Esperanza. „Wir hatten immer viel Spaß daran. Aber ohne die hauptamtliche Unterstützung durch den Stadtjugendring ist dies nicht mehr möglich.“
Die hauptamtliche Koordinatorin, Birgit Schmid, hätte wohl theoretisch ein Kinderprogramm organisieren können. „Doch durch die Unsicherheit vor den Haushaltsverhandlungen musste schon gewartet werden“, sagt Fritz. Und nach dem Rücktritt des Vorstands sei der Stadtjugendring schlicht nicht mehr handlungsfähig gewesen.
Überraschung statt Band auf der Esperanza-Bühne
Das „Espe“ ist von den städtischen Mittelkürzungen im Zuge der Haushaltskonsolidierung ebenfalls massiv betroffen. Auch hier müssen die Verantwortlichen umplanen und den Gürtel enger schnallen. Zwar wird das Esperanza seine traditionelle Bühne beim Stadtfest bespielen, allerdings in veränderter Form: Statt des gewohnten Live-Auftritts einer Band wird es ein alternatives Programm geben. Was genau die Besucher erwartet, bleibt vorerst offen. „Das soll in der Tat noch eine Überraschung sein“, hält sich Jule Hinderlich vom Esperanza bedeckt.
Die Stadtverwaltung begründet die allgemeinen Sparmaßnahmen mit der anhaltend angespannten Finanzlage der Kommune. Während die Opposition im Gemeinderat sowie freie Jugendträger wie der Verein „JuFun“ im Vorfeld vor einem nachhaltigen Schaden und dem Wegfall von Angeboten gewarnt hatten, ist der Ausfall des Programms am Mühlbergle nun das erste konkrete Opfer.
Copyright Rems Zeitung, 11.06.2026
