Stadtjugendring Schwäbisch Gmünd gerettet: Neues Vorstandsteam sichert Zukunft
Nach Rücktritt und Protest: Eine Auflösung des Stadtjugendrings ist nun kein Thema mehr. Das ist der neue Vorstand.
Schwäbisch Gmünd. Die Auflösung des Stadtjugendrings Schwäbisch Gmünd ist abgewendet. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wählten die Vertreterinnen und Vertreter der 23 Mitgliedsvereine ein neues Vorstandsteam. Erik Schaden, Levi Hochstein und Jannik Weiß leiten nun gemeinsam den Stadtjugendring.
Rücktritt des ehemaligen Vorstandes aus Protest
Das ist die Vorgeschichte: Der Vorstand des Stadtjugendrings mit dem Vorsitzenden Sebastian Fritz ist bei der jüngsten Mitgliederversammlung geschlossen zurückgetreten. Aus Protest gegen die Sparpolitik der Stadt, wie er betonte. Konkret ging es um die Streichung einer 25-Prozent-Stelle für den Stadtjugendring. Dabei kritisierte Sebastian Fritz nicht so sehr die Sparmaßnahme selbst, denn „uns war klar, dass wir da nicht außen vor sind“. Vielmehr ärgerte ihn und weitere Vorstandsmitglieder der Umgang. „Wir wurden in die Gespräche zum Haushalt nicht einbezogen.“ Im Anschluss legten die Vorstandsmitglieder ihre Ämter nieder, schlugen vor, den Stadtverband in der Sitzung am 29. Juni aufzulösen.
Landeszuschüsse und Jugendarbeit in Gefahr
Das wollten Oliver Glass und Michael Hieber, beide stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbands Sport, verhindern. „Es geht um einen Ansprechpartner für 23 Mitgliedsvereine und es geht um 40.000 Euro Landeszuschuss, den wir in der Stadt dringend gebrauchen“, so Oliver Glass. „Und es geht um die Kinder und Jugendlichen in der Stadt, die uns wichtig sind“, betont er weiter. Ohne Stadtjugendring würde das Geld aus Stuttgart nicht fließen. Die Summe ist wichtig, um Veranstaltungen für die Jugend am Leben zu halten. So fließt Geld in die Mädchenwochen, die Jungenwochen und in das Sommerferienprogramm. Auch das Kinderprogramm beim Stadtfest profitiert davon. Dieses Jahr musste es ausfallen.
Engagiertes Team übernimmt Verantwortung
Im Vorfeld der Hauptversammlung konnten Oliver Glass und Michael Hieber engagierte junge Menschen finden, die sich der Aufgabe im Vorstand des Stadtjugendrings stellen wollen. „Nicht aus parteipolitischen Gründen, sondern weil es wichtig ist“, wie er betont. Zum erweiterten Vorstand zählen Karin Stütz, Pauline Balint und Tom Betz. „Ein Vorstand mit Erfahrung“, sagt Oliver Glass. Alle seien in der Jugendarbeit unterwegs, bei der Ziegerhof-Freizeit, als Jugendtrainer, bei der Jugendfeuerwehr. Drei von ihnen studieren an der Pädagogischen Hochschule.
Sebastian Fritz, selbst mehr als zehn Jahre lang Vorsitzender, wollte einer neuen Besetzung nicht im Weg stehen und „einen geordneten Übergang an diesem Abend zulassen“. Bis zu den Wahlen hat er die Versammlung geleitet.
Kritik an Kommunikation und Vorstandswahl
Gegenwind gab es vor allem vom Jugendzentrum „Esperanza“. Man verweigere die Zustimmung zum neuen Vorstandsteam, weil man nach wie vor hinter der Entscheidung zum Rücktritt des alten Vorstands stehe, hieß es dort. Noch einmal machte Sebastian Fritz deutlich, „dass es nicht vorrangig um die Einsparungen gehe, sondern um die Umgangsform. Die fehlende Kommunikation im Vorfeld, die mit anderen Vereinen und Gruppierungen auf Augenhöhe geführt worden sei. An der neuen Führung bemängelt Sebastian Fritz die bisher fehlende Nähe zum Stadtjugendring. Manche seien seit Jahren nicht mehr in Versammlungen aufgetreten, für manche sei das völliges Neuland. Dennoch kann der neue Vorstand auf große Unterstützung zählen. 19 der 23 Stimmberechtigten votierten für das Team, es gab drei Gegenstimmen und eine Enthaltung.
