Bargau: Baugebiet Strutfeld sorgt für Debatte
Bauen:In Bargau sollen auf 2,58 Hektar rund 27 Bauplätzefür Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Im Gmünder Klima- und Bauausschuss entzündete sich jedoch Streit an der Frage, wie dicht gebaut werden soll. Die söl fordert verbindliche Vorgaben – OB Arnold warnt vor zu starren Regeln.
GMÜND-BARGAU. Zwischen Wohnraumbedarf und Bürokratiefrust: Die geplante vierte Erweiterung des Bargauer Wohngebiets Strutfeld hat im Klima-, Umwelt-, Energie- und Bauausschuss eine grundsätzliche Debatte über Bauvorschriften, ökologische Standards und die Steuerung künftiger Wohnformen ausgelöst. Zwar liegt die endgültige Entscheidung über den Bebauungsplan noch beim Gemeinderat, die politischen Fronten sind jedoch bereits klar erkennbar. Konkret geht es um das Baugebiet „Strutfeld 4. Erweiterung Wohnen“ im Südosten Bargaus. Dort sollen auf rund 2,58 Hektar etwa 27 Bauplätze für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser entstehen, ergänzt um zwei Grundstücke für Mehrfamilienhäuser sowie eine Mischbaufläche mit zusätzlichem Wohnraum und kleinteiligem Gewerbe. Ziel sei es laut Verwaltung, den hohen Wohnraumbedarf in Schwäbisch Gmünd und den Teilorten zu decken und gleichzeitig einen „endgültigen und definierten Ortsrand“ für Bargau zu schaffen. Vor allem die Vielzahl an Vorgaben sorgte in der Ausschusssitzung jedoch für Kritik. CDU-Stadtrat Fabian Wolf sprach von einer „beeindruckenden“ Flut an Bürokratie, die inzwischen mit der Entwicklung neuer Baugebiete einhergehe. Für ihn sei der ökologische Nutzen des geplanten Quartiers dennoch offensichtlich: Statt der bisherigen „Agrarbrache“ entstehe ein begrüntes Wohngebiet mit deutlich höherem Mehrwert für Umwelt und Aufenthaltsqualität. Zugleich appellierte Wolf an die Verwaltung, bei den zulässigen Fußbodenhöhen möglichst großzügig zu agieren. Schon wenige Zentimeter könnten wegen zusätzlicher Erdbewegungen erhebliche Mehrkosten verursachen. Gerade diese Fußbodenhöhen spielten auch für die SPD eine zentrale Rolle. Stadträtin Maren Zengerle sprach sich ebenfalls dafür aus, Bauherren größere Spielräume einzuräumen. Höhere Erdgeschossniveaus könnten sich insbesondere bei Starkregenoder Hochwasserereignissen als sinnvoll erweisen. Wichtig sei allerdings, Grundstückskäufer frühzeitig und transparent über ihre Möglichkeiten zu informieren. Bargau: Baugebiet Strutfeld sorgt für Debatte Bauen:In Bargau sollen auf 2,58 Hektar rund 27 Bauplätzefür Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Im Gmünder Klima- und Bauausschuss entzündete sich jedoch Streit an der Frage, wie dicht gebaut werden soll. Die söl fordert verbindliche Vorgaben – OB Arnold warnt vor zu starren Regeln. Deutlich kritischer bewerteten die Grünen das Vorhaben insgesamt. „Wiese und Baugebiet ist einfach ein Unterschied“, sagte Grünen-Fraktionschef Gabriel Baum. Das Gebiet habe zwar Vor- und Nachteile, gleichzeitig seien Ausgleichsflächen und ökologische Standards unverzichtbar. Baum störte sich unter anderem an der aus seiner Sicht ungewöhnlich hohen Bebauungsdichte am Bargauer Ortsrand. Zudem vermisse seine Fraktion verbindliche Vorgaben etwa zur Fassadenbegrünung. An der grundsätzlichen Haltung der Grünen ändere deshalb auch die überarbeitete Planung nichts: Die Fraktion kündigte an, sich erneut zu enthalten. Damit setzt sich eine Diskussion fort, die das Projekt bereits seit den ersten Beratungen begleitet. Schon beim Entwurfsbeschluss war insbesondere die Bebauungsdichte Thema im Gemeinderat gewesen.
Vertreter der söl hatten damals kritisiert, dass mit zahlreichen Einfamilienhäusern die vom Regionalverband empfohlene Dichte von 60 Einwohnern pro Hektar unterschritten werde. Die Verwaltung verwies seinerzeit allerdings darauf, dass strengere Vorgaben zur Gebäudeart den Bebauungsplan deutlich unflexibler machen würden. Genau diese Frage rückte nun erneut in den Mittelpunkt. söl-Fraktionschef Sebastian Fritz forderte, die zulässigen Gebäudearten stärker zu steuern. Der aktuelle Bebauungsplan lasse sowohl Einfamilienhäuser als auch dichtere Wohnformen zu. Sollten am Ende überwiegend klassische Einfamilienhäuser entstehen, sehe er jedoch die angepeilte Einwohnerdichte von 69 Einwohnern pro Hektar gefährdet. „Sind wir letztendlich Getriebene“, warnte Fritz mit Blick auf eine zu große Freiheit für Bauherren. Mehrgeschossige Gebäude müssten deshalb verbindlicher vorgeschrieben werden.
Für Oberbürgermeister Richard Arnold wäre ein solcher Schritt allerdings ein Fehler. „Was wir jetzt brauchen, ist Luft zum Atmen“, entgegnete er. Zu starre Festsetzungen könnten sich langfristig rächen und künftige Entwicklungen unnötig blockieren. Auch CDUStadtrat Martin Bläse stellte sich klar gegen weitergehende Vorgaben: „Auf keinen Fall schreiben wir sowas vor.“ Die Verwaltung hält unterdessen am Zeitplan fest. Mit dem Satzungsbeschluss soll zeitnah die Erschließung ausgeschrieben werden. Für Straßenbau, Kanalisation und Entwässerung stehen bereits Haushaltsmittel in Millionenhöhe bereit.
Copyright Rems Zeitung, 26.05.2026
