Fraktionen unterstützen geplanten Park
Aus der heutigen Rems Zeitung: Zwischen Hardt und Oststadt entsteht bis 2029 ein öffentlicher Waldgarten mit Obstbäumen, Beerensträuchern und Kräutern. Das Projekt „DeliKatessen“ kostet knapp eine Million Euro.
„Es gibt noch schöne Dinge im Leben“, bilanzierte Oberbürgermeister Richard Arnold in der jüngsten Sitzung des Klima-, Umwelt-, Energieund Bauausschusses. Anlass für die ungewohnt poetische Einlassung des Rathauschefs war der geplante „Essbare Wildpflanzenpark“ zwischen Hardt und Oststadt, der unter dem Projektnamen „DeliKatessen“ bis 2029 entstehen soll. Denn obwohl das Gesamtprojekt mit knapp einer Million Euro veranschlagt ist, bleibt der städtische Eigenanteil dank Bundesförderung und Unterstützung der Erwin-Warth-Stiftung überschaubar: Gerade einmal 7500 Euro müsse die Stadt letztlich selbst aufbringen, erklärte Arnold. Für die Stadt sei das ein Projekt mit „enormem Mehrwert“. Konkret sollen bislang eher artenarme Grünflächen in einen öffentlich zugänglichen Waldgarten umgewandelt werden. Geplant sind Obst- und Nussbäume, Beerensträucher, Kräuter und mehrjährige Nutzpflanzen. Ergänzt wird das Vorhaben durch Erlebnisstationen, Bildungsangebote sowie eine ökologische Aufwertung des Verbindungswegs bis zum Universitätspark. Schulen, Kindergärten und Initiativen sollen den Park künftig als Lern- und Begegnungsort nutzen können. Trotz der vergleichsweise geringen Belastung für den Haushalt tat sich die CDU mit ihrer Haltung zunächst schwer. „Selten zwiegespaltener vor einer Stellungnahme“ sei er gewesen, bekannte Stadtrat Fabian Wolf. Einerseits verdiene das Engagement von Christa Bareiß, die bei der Stadt die Stadtteilarbeit leitet und das Projekt maßgeblich vorangetrieben hat, „Respekt und Anerkennung“. Andererseits wirke ein solcher Geldsegen „aus der Zeit gefallen“, solange für Sportstätten oder Bildungseinrichtungen händeringend Fördermittel gesucht würden. Gleichzeitig erkannte Wolf aber auch wirtschaftliche Chancen. Das Projekt könne sich als „Konjunkturprogramm“ für den örtlichen Garten- und Landschaftsbau erweisen und über Steuereinnahmen indirekt wieder Geld in die Stadtkasse spülen. Letztlich überwog für die CDU die Zustimmung: „Packen wir’s an“, kündigte Wolf die Unterstützung seiner Fraktion an. Deutlich euphorischer fiel die Reaktion bei den Grünen aus. Für Stadtrat Dario Thiem war der geplante Wildpflanzenpark „Seelenbalsam“. Das Projekt sei nicht nur für Hardt und Oststadt gedacht, sondern eine Bereicherung für die gesamte Stadt. Besonders hob er die klimaökologischen Aspekte hervor. Die zusätzliche Begrünung sorge für eine „kühlende Wirkung“, auch wenn diese in der Innenstadt nicht unmittelbar spürbar sein werde. Zugleich pflichtete er Wolf bei: Den Bürgerinnen und Bürgern müsse klar vermittelt werden, dass der Großteil der Finanzierung aus Bundesmitteln stammt. Die Pflege des Parks bezeichnete Thiem als „Kraftaufgabe fürs Ehrenamt“, die große Wertschätzung verdiene. „Wir wünschen viel Erfolg.“ Auch die SPD stellte sich klar hinter das Vorhaben. Stadträtin Maren Zengerle sah im Projekt eine gelungene Verbindung von Klima-, Natur- und Bildungsarbeit. „Das sind die Projekte, die wir auch in Zukunft brauchen“, sagte sie. Brigitte Rack (AfD) kenne ein vergleichbares Angebot aus Mutlangen und befürwortete den Bildungsaspekt. Kinder würden so lernen, welche Pflanzen giftig sind, und welche nicht. Dabei stellte OB Arnold klar: Giftige Pflanzen werde es im Park nicht geben. Benedikt Disam von der Bürgerliste sprach sich ebenfalls „sehr positiv“ für das Projekt aus und regte an, gezielt Schulen einzubinden. Der Bedarf an Bildungsangeboten außerhalb des klassischen Unterrichts sei groß. Viele Schülerinnen und Schüler wüssten „manchmal gar nicht, was es in Gmünd zu entdecken gibt“.
In eine ähnliche Richtung argumentierte Sebastian Fritz, Fraktionschef der söl. Projekttage an Schulen könnten Naturbildung und ehrenamtliches Engagement sinnvoll miteinander verbinden. Schülerinnen und Schüler könnten dort nicht nur etwas über Biodiversität lernen, sondern zugleich bei Pflegearbeiten unterstützen. „Wir werden das natürlich unterstützen“, kündigte Fritz an.
Zustimmung kam auch von Dr. Jens Freitag (FDP/FW). Allerdings verband er diese mit einer klaren Erwartung: Der Erfolg des Projekts stehe und falle mit dem Engagement der Bürgerschaft. Die Unterhaltung des Parks dauerhaft der Stadtverwaltung zu überlassen, „wäre schade“.
Copyright Rems Zeitung, 23.05.2026
