CDU-Stadträte ernten Widerspruch: „Marktplatz-Umbau als Investition in Zukunft“
Schwäbisch Gmünd. Finanziell unverantwortlich – oder eine richtige Investition in die Zukunft der Stadt? Die Diskussion um eine mögliche Umgestaltung des Marktplatzes geht weiter. Nun meldet sich die söl-Fraktion zu Wort – und widerspricht deutlich Daniela Dinser und Fabian Wolf. Das sind die Argumente.
Wolf und Dinser, beide CDU-Stadträte, haben sich gegen einen Umbau des Unteren Marktplatzes ausgesprochen. Finanziell nicht zu verantworten angesichts der schlechten Haushaltslage der Stadt sei der Plan. Sebastian Fritz, Fraktionsvorsitzender der söl, sieht das ganz anders. Und erläutert, wieso.
„Das Herz unserer Stadt“
Die „ablehnende Haltung der beiden CDU-Stadträte“ greife aus Sicht seiner Fraktion „deutlich zu kurz“. Denn: „Der Marktplatz ist weit mehr als ein gepflasterter Platz. Er ist das Herz unserer Stadt, ein Ort der Begegnung, des Handels, der Kultur und des gesellschaftlichen Lebens.“ Eben darum müsse dieser Ort „den Herausforderungen des Klimawandels gerecht werden“.
Die geplante Begrünung mit zusätzlichen Bäumen sei „keine dekorative Maßnahme, sondern ein wesentlicher Baustein moderner Stadtentwicklung“. Darum, so die söl, seien Klimaschutz und Klimaanpassung „keine freiwilligen Luxusprojekte, sondern Pflichtaufgaben einer verantwortungsvollen Kommunalpolitik.“ Und damit gut investiertes Geld: „Jede Investition, die heute in klimaresiliente öffentliche Räume fließt, hilft dabei, die Folgekosten des Klimawandels in Zukunft zu begrenzen. Wer notwendige Maßnahmen immer weiter aufschiebt, spart nicht – vielmehr werden die finanziellen Belastungen für kommende Generationen durch Hitzeschäden, Starkregenereignisse, Gesundheitskosten und spätere Sanierungsmaßnahmen deutlich höher ausfallen.“
Förderung als „große Chance“
Deshalb sei die in Aussicht gestellte Bundesförderung „eine große Chance“. Zu den Zahlen: Der Marktplatzumbau mit Bäumen, Fontänenfeld und einigen weiteren Maßnahmen wird auf Gesamtkosten von knapp 4,4 Millionen Euro veranschlagt. Maximal 80 Prozent davon wären für die Stadt an Fördergeldern möglich, Gmünd müsste also rund 900.000 Euro aus der Stadtkasse finanzieren.
Fritz räumt ein, dass „auch in Schulen, Sportstätten und sozialen Einrichtungen erheblicher Investitionsbedarf“ bestehe. Diesen stufen Dinser und Wolf als vorrangig ein – im Gegensatz zum Marktplatz. Anders die söl-Fraktion: „Diese Herausforderungen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Zukunftsfähige Kommunalpolitik bedeutet, notwendige Infrastruktur zu erhalten und gleichzeitig die Stadt an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen.“
Copyright Gmünder Tagespost, 07.07.2026
