Gemeinwohl contra Parteidenken in Gmünd: Wie war das eigentlich mit dem Amtseid?
Bernd Müller kommentiert, wie im Gemeinderat die Debatte um Schulkindbetreuung eskaliert, mit Häme und Blockadehaltung. Wer denkt ans Wohl der Gemeinde?
Der Eid, den die Mitglieder in jedem Gemeinderat in Baden-Württemberg ablegen, endet mit einer Jobbeschreibung: Es geht, natürlich, um die Gemeinde: „Ich gelobe, (…) ihr Wohl und das ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern.“
Ob das alle Gmünder Stadträtinnen und Stadträte – wie auch OB Richard Arnold als Leiter der Sitzung – diese Woche im Blick hatten, als es um Kosten für Schulkindbetreuung ging? Es sah nicht danach aus. Am Ende, als es ums Abstimmen ging, schien das Sachthema nebensächlich: in einer denkwürdigen Sitzung mit zu wenig Gedanken ans Wohl der Gemeinde – dafür mit Häme, Revanchegelüsten, Schadenfreude und starrköpfigem Festhalten am eingeschlagenen Kurs. Was fehlte: innehalten, eine Sitzungspause, miteinander reden, gemeinsam doch noch nach Lösungen suchen.
Eltern ist anderes wichtig
Für Gmünder Eltern, die mit den Kosten für ihre Kinder klarkommen müssen, sind Fingerhakeleien und Brandmauer-Diskussion im Gemeinderat nicht entscheidend. Dasselbe gilt fürs Regierungspräsidium, das als Kontrollbehörde für den – zuletzt defizitären – Gmünder Stadthaushalt am Ende den Daumen hebt – oder senkt.
Stadtrat sein ist kein Schaulaufen, kein Sehen und gesehen werden, kein Glamourjob. Das ist oft so in der Praxis: Viele Gmünder Stadträte verbringen, das zeigt sich in fundierten Diskussionen, lange Stunden mit Sacharbeit, mit dem Einarbeiten in komplexe Themen und Dokumente von 60 oder 80 Seiten Umfang.
Stadtrat sein ist kein Schaulaufen, kein Sehen und gesehen werden, kein Glamourjob. Das ist oft so in der Praxis: Viele Gmünder Stadträte verbringen, das zeigt sich in fundierten Diskussionen, lange Stunden mit Sacharbeit, mit dem Einarbeiten in komplexe Themen und Dokumente von 60 oder 80 Seiten Umfang.
Copyright Gmünder Tagespost, 13.06.2026
